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Vogelbeeren sind nichts zum Naschen direkt vom Baum. Aber eingelegt werden sie zu etwas ganz Besonderem: herb, süß-säuerlich und mit einem feinen Aroma, das wunderbar zu Wild, Ente oder Gans passt. Auch zu Käse oder gemeinsam mit Apfel im Dessert mögen wir sie gern.
Und das Beste: Ein paar Gläser davon bringen den Lungauer Herbst noch lange auf den Teller.
Die Eberesche – botanisch Sorbus aucuparia – ist bei uns alles andere als eine Seltenheit. Im Spätsommer erkennt man sie schon von weitem an ihren leuchtend orangeroten Früchten.
Der Name Vogelbeere kommt übrigens nicht von ungefähr: Die Früchte stehen bei vielen Vögeln ziemlich hoch im Kurs. Was wir nicht ernten, findet also meistens trotzdem einen Abnehmer. Für uns interessant: Die Vogelbeere gehört zur Familie der Rosengewächse und damit tatsächlich in die Verwandtschaft von Apfel und Birne.
Roh sind die herben Früchte allerdings keine gute Nascherei. Sie enthalten Parasorbinsäure, die Magen und Darm reizen kann. Deshalb werden Vogelbeeren für unsere eingelegte Variante zuerst eingefroren - ordentlich erhitzt.
Ganz einfach. Ganz ehrlich.
Du brauchst:
Zutaten
Die Vogelbeeren abrebeln, sorgfältig verlesen und einmal einfrieren.
Wasser und Zucker aufkochen. Die Beeren auf saubere, heiß ausgespülte Gläser verteilen und mit dem heißen Zuckersirup auffüllen. Gut verschließen.
Die Gläser auf ein tiefes Blech stellen und fingerbreit kochend heißes Wasser angießen. Bei 130 °C Ober-/Unterhitze etwa 1 Stunde einkochen. Alternativ im Dampfgarer bei 95 °C für 45 Minuten garen. Anschließend auskühlen lassen.
Wer mag, gibt vor dem Verschließen noch einen kleinen Schuss Gin ins Glas. Wacholder und Vogelbeere verstehen sich nämlich ziemlich gut.
Dann heißt es nur noch: Glas auf, Herbst auf den Teller.
Und sind die Beeren nicht giftig?
Giftig? Roh sind Vogelbeeren keine gute Idee. Sie sind nicht tödlich - aber durchaus ungenießbar. Durch das Einfrieren wird die Parasorbinsäure neutralsiert.
Und was machen wir damit?
Wir verwenden sie wie die bekannten Preiselbeeren: Auf Wild, zu Käse, zu Ente und Gans. Aber auch wenn ihr ein Dessert habt, das die Säure von Äpfel unterstreicht, dann sind die Vogelbeeren perfekt.
So kannst du ein bisserl Spätsommer für später aufheben.
Wenn du selbst sammeln gehst:
Vielleicht sitzt du dann bei uns im Wirtshaus. Isst ein Gericht mit einer feinen herber Vogelbeer-Note. Und merkst plötzlich: Du schmeckst etwas, das dich an früher erinnert. Sowas lieben wir.