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Es gibt Gerichte, die gehören einfach zu einer bestimmten Jahreszeit. Bei uns im Lungau ist das Schöpserne so eines.
Wenn die Morgen kühler werden, die Luft klarer und auf den Almen langsam der Herbst einzieht, freuen wir uns schon darauf. Auf das Lungauer Almschaf. Auf Eachtling und Kren. Auf ordentlich Saftl. Und vor allem darauf, das Reindl mitten auf den Tisch zu stellen.
Denn Schöpsernes ist für uns viel mehr als ein Schafbratl. Es ist ein Essen, bei dem man zusammensitzt. Jeder nimmt sich, was er am liebsten mag. Man reicht weiter, kostet dort noch ein bisschen und bleibt meistens länger sitzen als geplant.
Genau so mögen wir Wirtshaus.
Das traditionelle Lungauer Schöpserne – auch Schafbratl genannt – wird aus Fleisch vom jungen Almschaf zubereitet. Langsam gebraten wird das Fleisch weich und zart. Dazu gehören die Klassiker der Lungauer Küche: Eachtling, Semmelknödel, Preiselbeeren, Kren und ein richtig guter Bratensaft.
Bei der Zubereitung darf es durchaus Unterschiede geben. Bei den Beilagen meistens auch. Nur beim Saftl sind wir uns ziemlich einig: Davon darf es ruhig ein bisschen mehr sein.
Da gehen die Meinungen schon auseinander. Oma Karoline isst im Herbst ihr Schöps jeden Tag. Wirklich. Jeden.
Verena freut sich dagegen fast genauso sehr auf das Drumherum. Auf den Knödel, die mitgebratenen Eachtling, Semmelkren und warmes Krenkoch mit ordentlich Saftl.
Und genau das ist vielleicht das Schöne am Schöpsernen: Jeder hat seinen eigenen Liebling. Das Fleisch. Die Eachtling. Der Knödel. Der Kren. Das letzte Stück, das noch im Reindl liegt.
Hauptsache, das Reindl steht in der Mitte.
Denn vielleicht sind die Gespräche, das Nachschenken und das „Nimmst du noch ein Stück?“ ohnehin die eigentlichen Zutaten eines guten Schöpsessens.
Dann war's wahrscheinlich ein ziemlich guter Abend.
Reservier dir dein Schaferl
Der Herbst ist im Lungau Erntezeit und Bauernherbst. Das Leben verlagert sich langsam wieder von den Almen ins Tal und auch in den Wirtshäusern verändert sich die Küche.
Sie wird kräftiger. Wärmer. Ein bisschen gemütlicher.
Das Schöpserne gehört genau in diese Zeit.
Traditionell wird es nicht nur im kleinen Kreis gegessen. Familien, Freunde und Vereine kommen zum gemeinsamen Schöpsessen zusammen. Das Essen selbst wird damit fast zur Nebensache – oder zumindest zum ziemlich guten Grund, alle an einen Tisch zu bekommen.
Vielleicht mögen wir es gerade deshalb so gern.