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Im Frühling sind es die weißen Blüten. Im Spätsommer hängen an denselben Sträuchern plötzlich tiefschwarze Beeren. Holunder eben. Und wenn die Dolden schwer nach unten hängen und die Beeren richtig dunkel geworden sind, ist es Zeit, etwas daraus zu machen. Bei uns wird eingekocht, getrocknet und ausprobiert. Nicht, weil wir für alles einen Vorrat brauchen. Sondern weil wir es mögen, das zu verwenden, was gerade vor der Haustür wächst.
Eine unserer einfachsten Varianten: Holunderbeerensirup.
Dunkel. Fruchtig. Ein bisschen herb. Und mit Wasser aufgegossen ein wunderbarer Begleiter für die kühleren Tage. Und vor allem gesund.
Schwarzer Holunder – botanisch Sambucus nigra – wächst bei uns an vielen Ecken. Für den Sirup verwenden wir nur vollreife, dunkelviolette bis schwarze Beeren.
Am einfachsten schneidet man die ganzen Dolden ab und streift die Beeren später mit einer Gabel von den Stielen.
Dabei gilt: Nur sammeln, was man sicher bestimmen kann. Unreife oder grüne Beeren werden aussortiert. Und alte Kleidung ist keine schlechte Idee. Handschuhe auch. Wer einmal Holundersaft auf einem weißen T-Shirt hatte, weiß warum.
Ganz einfach. Ganz ehrlich.
Du brauchst:
Zutaten
Für den Sirup braucht ihr:
Die Holunderbeeren von den Dolden streifen, verlesen und unreife Beeren aussortieren.
Beeren (und optional Gewürze) gemeinsam mit dem Wasser in einen großen Topf geben, aufkochen und anschließend etwa 20 Minuten köcheln lassen. Dieser Schritt ist enorm wichtig, damit die Beeren verträglich werden!
Danach die Beeren durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen und den Saft auffangen. Die Beeren nicht wegschmeißen!
Den Holundersaft zurück in den Topf geben. Zucker einrühren und alles nochmals einige Minuten sprudelnd kochen lassen.
Den heißen Sirup direkt in die vorbereiteten Flaschen füllen und gut verschließen.
Fertig.
Und die ausgekochten Beeren? Die drückt ihr gut aus und streicht sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Dieses trocknet ihr dann im Backofen (einige Stunden bei 50°C) bis sie ganz trocken sind. Dann gebt ihr sie in eine Kaffeemühle (oder einen starken Mixer) und pulverisiert sie. So habt ihr immer ein Holunderbeerenpulver zur Hand.
Und was machen wir damit?
Ganz einfach: mit Wasser oder Sprudel aufgießen. Oder als Basis für unsere Kombucha Zweitfermentation. Oder Übers Topfenjoghurt und zum Dessert. Oder als Basis für Eis. Unendliche Möglichkeiten.
Und dann steht da irgendwann mitten im Winter eine Flasche im Regal und erinnert daran, dass draußen einmal Spätsommer war.
Genau deshalb machen wir das.
So kannst du ein bisserl Spätsommer für später aufheben.
Wenn wir Maiwipferl sammeln, wissen wir noch nicht genau, wo sie landen werden. Vielleicht im nächsten Genussmenü. Vielleicht im Kombucha-Experiment. Vielleicht nur als kleiner Gruß aus der Küche. Aber wir vertrauen dem Prozess. Geschmack entsteht nicht im Supermarkt. Er entsteht draußen. Und wird drinnen veredelt.
Wenn du selbst sammeln gehst:
Vielleicht sitzt du dann bei uns im Wirtshaus. Isst ein Gericht mit einer feinen Holundernote. Und merkst plötzlich: Du schmeckst etwas, das dich an früher erinnert. Sowas lieben wir.